Grundgedanke der Ergotherapie
Ergotherapeut:innen gehen davon aus, dass
- Betätigungen ein menschliches Grundbedürfnis sind
- Betätigungen zu Gesundheit und Lebensqualität beitragen
- Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigt sind, wenn Betätigungsprobleme bestehen
Sind Menschen in der Lage all das zu tun, was für sie bedeutungsvoll ist, können sie am Leben teilhaben und fühlen sich wohl. Je nachdem, in welcher Lebensphase und Situation sich jemand gerade befindet, stehen unterschiedliche Betätigungen im Vordergrund.
Durch bestimmte Lebensumstände (Krankheiten, Unfälle, Krisen, bestimmte Lebensereignisse, gesellschaftliche Ereignisse etc.) kann es dazu kommen, dass diese Betätigungen nicht (mehr) möglich sind, sich verändern oder verändert werden müssen. Ergeben sich dabei Betätigungsprobleme und/oder soll Betätigungsproblemen vorgebeugt werden, kommt die Ergotherapie ins Spiel!
(https://www.ergotherapie.at/was-ist-ergotherapie, Stand Juni 2026)
Welche Kinder profitieren von der Ergotherapie?
Auch Kinder erleben sich durch verschiedene Betätigungen in ihrem Alltag als selbstwirksam, oder erfahren Einschränkungen in eben dieser Selbstwirksamkeit. Gründe dafür können sehr vielfältig sein - beispielsweise eine zugrunde liegende Diagnose:
- Entwicklungsverzögerungen
- UEMF / motorische Koordinationsstörung
- ADS / ADHS
- Autismus-Spektrum-Störung
- Sensorische Integrationsstörung / Wahrnehmungsverarbeitungsstörung
- Verhaltensauffälligkeiten
Was könnt ihr als Hinweise bei eurem Kind beobachten?
Kinder sind vor allem dann gut in der Ergotherapie aufgehoben, wenn im Alltag - egal ob im Familiensystem oder im erweiterten Umfeld, wie Schule/Kindergarten - ein Leidensdruck besteht. Eltern oder Bezugspersonen beschreiben oftmals folgende Aspekte:
Das Kind...
- ... traut sich nicht viel zu.
- ... ist motorisch langsamer/ungeschickter als andere Kinder in seinem Alter.
- ... braucht sehr viel Bewegung und scheint nie erschöpft zu sein.
- ... hat wenige Ideen womit bzw. wie es spielen kann.
- ... hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren.
- ... ist tollpatschig und verletzt sich oft.
- ... wirkt grob und ungestüm.
- ... ist schnell frustriert.
Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen. Wichtig ist mir zu betonen, dass nicht jedes beobachtbare Verhalten sofort mit einem Therapiebedarf einhergeht. Es geht immer um die Betrachtung der Gesamtsituation.